Den perfekten Start hat der ASV in die Fortsetzung der Meisterschaft 2017/2018 hingelegt. Dank eines - wenn auch denkbar knappen - 28:29-Sieges beim EHV Aue nahmen die Westfalen beide Punkte mit auf den rund sechsstündigen Heimweg. Damit beendete der ASV vor 1.500 Zuschauern die EHV-Erfolgsserie von fünf Spielen ohne Niederlage und ist nun selbst seit acht Partien ungeschlagen.

"Das war ein enorm wichtiger Sieg für das Selbstvertrauen", ordnete Trainer Kay Rothenpieler den Erfolg beim erwartet starken Gastgeber ein. Der Sieg kam nach einer nervenaufreibenden Schlussphase fünf Sekunden vor dem Ende zustande, als Kapitän Jakob Schwabe zum Endstand traf. "Wir wollten gut starten, wir wussten, wie schwer das hier wird", so der Trainer. Die weitgereisten ASV-Fans erlebten über lange Strecken ein völlig offenes Spiel.

Erst im zweiten Abschnitt schien es, als könnten die Westfalen die Weichen vorzeitig auf Sieg stellen. Doch in dieser Phase ließen die Gäste einige freie Chancen ungenutzt, was sich beinahe rächen sollte. "Wir haben gar nicht schlecht gespielt. Aber wir hätten in der zweiten Halbzeit den Sack eher zumachen können", meinte Rothenpieler. Doch der EHV, der mit viel Selbstvertrauen antrat, nutzte die kurzzeitige ASV-Abschlussschwäche und machte aus einem 18:20 in der 46. Spielminute per Siebenmeter durch Eric Meinhardt ein 21:20. Spätestens jetzt kochte die gewohnt stimmungsvolle Anhalt-Arena über.

Aber die Westfalen blieben unbeeindruckt, legten wieder durch Julian Possehl und Vyron Papadopoulos auf 21:23 vor. Wieder konterte Aue, glich zum 23:23 aus. Der Verlauf wiederholte sich erneut, nach 25:27 gleich Aue auf 27:27 aus. Rothenpieler: "In dieser Phase hätte alles passieren können, das Spiel war völlig offen." Der Krimi gipfelte dann in der hochdramatischen Schlussphase: Benas Petreikis traf elf Sekunden vor Abpiff zum 28:28, Jakob Schwabe agierte blitzschnell und brachte den ASV erneut in Führung. Jetzt reichte die Zeit für Aue nicht mehr zum erneuten Ausgleich - die ASV entführten beide Zähler.

"In erster Linie war das heute ein Sieg der Mannschaft. Die Leistung war ordentlich, aber wir haben noch viel Luft nach oben. Jeder hatte da heute so ein, zwei Fehler im Spiel. Das müssen wir abstellen. Aber das ist in dieser Phase nach der Pause normal und wir freuen uns über den Sieg. Jetzt wollen wir auch zuhause gegen Rimpar am Samstag nachlegen", analysierte Rothenpieler. Ein Sonderlob erhielt noch Neuzugang Stanko Sablijc: "Er hatte einen guten Einstand. Alleine von seiner körperlichen Präsenz hat er heute schon geholgen. Er hatte wichtige Aktionen in der Deckung."

Am Ende nahmen es die Westfalen dann auch mit Humor, dass sie die Heimreise mit halbstündiger Verspätung antraten. "Die Kennzeichen bleiben hier, die Punkte nehmen wir mit", scherzte Geschäftsführer Franz Dressel, der das Team im Mannschaftsbus begleitete. Denn der Bus war während des Spiels um die Kennzeichen "erleichtert" worden, was nach einer halben Stunde Wartezeit durch die Polizei aufgenommen wurde. Aber auch ohne diese war dieser Abend ein gutes Zeichen für das neue Jahr für den ASV.

EHV Aue - ASV Hamm-Westfalen 28:29 (13:14)

EHV: Wetzel, Töpfer - Schäfer, Meinhardt (6/2), Roch (4), Ebert, Bornhorn (3), Petreikis (2), Dumcius (4), Mägi, Faith (2), Jungemann, Schauer, Pechstein (7/4)
ASV: Storbeck, Lorger - Blohme (2), Brosch (5), Sablijc, Fridgeirsson (2), Schwabe (2), Krieg (5), Gudat, Voss-Fels, Papadopoulos (8/3), Zintel (2), Possehl (1), Neuhold (2)
Schiedsrichter: Pawel Fratzcak und Paulo Ribeiro
Zuschauer: 1.500